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Einbrecher hat die Ruhe weg: Zum Einbruch erst mal ein Bier


In der Ruhe liegt die Kraft. Und im Bier. Dies dachte sich wohl ein Einbrecher, der sich in einem weitgehend leer stehenden Ladengeschäft an der Baustraße an einem Fernseher zu schaffen machte. Allerdings hatte er es mit dem Diebstahl alles andere als eilig.

Hameln. Die erste Meldung über Bewegung auf seiner Überwachungskamera erhielt René „Exi“ Exner am Donnerstag gegen 8 Uhr, erzählt er im Dewezet-Gespräch. Auf der App seines Handys konnte er sehen, wie sich in seinem derzeit im Umbau befindlichen Laden an der Baustraße jemand an dem an der Wand befestigten Fernseher zu schaffen machte. Exner alarmierte die Polizei, die wenige Minuten vor Ort eintraf, allerdings ohne den Einbrecher anzutreffen. Der war schon wieder verschwunden – wenn auch ohne Fernseher. Nur etwa zweieinhalb Stunden später wurde Exner von der Kamera-App erneut benachrichtigt. Derselbe Einbrecher vom Morgen machte sich wieder an dem Fernseher zu schaffen. Wieder alarmierte Exner die Polizei, die den Einbrecher diesmal auf frischer Tat ertappte.

Der Einbrecher hat sich wohl schon tagelang Zugang verschafft

Allerdings war es offenbar nicht das erste Mal, dass sich der Mann Zugang zu dem Ladengeschäft verschafft hat. Schon seit einigen Tagen zog sich unter anderem eine Spur von Mischbierdosen durch die Baustraße 63. Bereits am Samstag hatte Exner bemerkt, dass der im hinteren Teil seines benachbarten Tattoo-Studio hinterlegte Schlüssel für den leer stehenden Laden fehlte. Am Sonntag fiel ihm auf, dass in dem Leerstand eine Büchse Mischbier stand, Flatterband herumlag und der Fernseher in Richtung Sofa gedreht war.


René „Exi“ Exner – hier mit einer der vorgefundenen leeren Mischbierbüchsen – nimmt den bizarren Diebstahlversuch mit Humor. Foto: Dana

Am Montag fand er dort wieder eine Dose Mischbier vor, Sachen auf dem Verkaufstresen waren durcheinander und erneut der Fernseher verdreht. Zudem: Auf dem Tresen befand sich ein Foto, das der ungebetene Besucher mit der im Laden befindlichen Polaroidkamera aus dem Schaufenster heraus gemacht hatte. Am Dienstag deuteten abermals kleine Veränderungen sowie eine weitere Mischbierbüchse auf der Bank vor dem Geschäft darauf hin, dass der Unbekannte schon wieder da war. „Das kam mir alles so skurril vor, dass ich eine Überwachungskamera anbrachte“, erzählt Exner. Da sich außer dem Fernseher und der Kamera sonst keine Wertgegenstände befanden, habe er erst mal von einem Schlösseraustausch abgesehen.

Ungebetener Besucher hinterlässt stets eine Büchse Mischbier

Am Donnerstag kam der Einbrecher dann wohl auf die Idee, in dem Laden nicht nur Bier zu trinken und fernzusehen, sondern den Fernseher zu stehlen. Gegen 8 Uhr fing die Kamera ein, wie der Mann versuchte, den Fernseher von der Wand zu nehmen – allerdings ohne Schraubendreher und folglich ohne Erfolg. Als die von Exner alarmierte Polizei eintraf, war der Einbrecher verschwunden. Zweieinhalb Stunden später kehrte er zurück, diesmal mit dem nötigen Werkzeug, wie die Kameraaufnahmen zeigen. Doch dieses Mal wurde er von der Polizei ertappt. Auch die Festnahme ist auf den Aufnahmen zu sehen. Ach, und auch an diesem Morgen fand Exner wieder eine Mischbierdose vor und war wieder der Fernseher verdreht. „Der kam wohl morgens rein und hat erst mal ferngesehen“, vermutet Exner. Den Ladenschlüssel, nimmt er an, hat der Einbrecher wohl gestohlen, indem er durch den offenen Hintereingang in das Tattoostudio kam, als alle Mitarbeiter gerade im vorderen Studioteil beschäftigt waren.

Bei dem Einbrecher handelt sich um einen 48-jährigen Hamelner, teilt Polizeisprecherin Stephanie Heineking-Kutschera auf Anfrage mit. Gegen den Mann seien zwei Strafanzeigen erstattet worden, jeweils wegen eines „Versuchs des besonders schweren Diebstahls“.

DEWEZET



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