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Stadt schließt „Weihnachts-Café“ – Betreiber ist empört


Bis auf Weiteres gezwungenermaßen geschlossen: das „Café Spotlight“ (ehemals „Well Being“) von René „Exi“ Exner. Der hält das Vorgehen der Stadt für überzogen. Foto: Dana

Hameln. Als Gründe für den unzureichenden Brandschutz habe die Bauaufsicht am späten Dienstagnachmittag in seinem Lokal, das Café Spotlight, die aufgestellten Weihnachtsbäume, Holzbänke und Steckdosenleisten angeführt. Ein Entgegenkommen habe es nicht gegeben, klagt Exi, der von der Bauaufsicht gerne erfahren hätte, was er denn zu tun habe, um den Brandschutz sicherzustellen. Die drei Fluchtwege seien offenbar kein Kriterium gewesen, sagt er. Seine zu diesem Zeitpunkt gut 30 Gäste seien kurzerhand vor die Tür gesetzt worden.

Das Café wird im Rahmen von „Hameln handelt“ von der Stadt gefördert

Für Exi unverständlich: Das derzeit als Weihnachts-Café fungierende „Café Spotlight“ in der Emmernstraße 8 habe er schon betrieben, als es bis vor wenigen Monaten noch „Well Being“ hieß – samt Gaststättenkonzession des Ordnungsamtes und: Zuschuss der Stadt Hameln, die das Geschäft im Rahmen von „Hameln handelt!“ fördert. Doch nun wird ausgerechnet sein Laden wegen ein paar Weihnachtsbäumen, die doch, so Exi, gerade „fast jeder“ in seinem Geschäft stehen habe, geschlossen? Das könne er nicht nachvollziehen, zumal er mit seinem Café doch zur Belebung der Innenstadt beitrage, vor allem in Zeiten, in denen zunehmender Leerstand beklagt werde.

Stadt Hameln: Es war „Gefahr in Verzug“

Auf Anfrage bei der Stadt heißt es: „Aufgrund der Situation in den Geschäftsräumen mit den dort vorhandenen Brandlasten musste unsere Bauaufsicht von Gefahr im Verzug ausgehen und einschreiten“, so Stadtsprecher und Wirtschaftsförderer Thomas Wahmes. „Moniert wurden unter anderem herunterhängende Folien, die eine Brandlast darstellen. Auch die Elektroinstallation, insbesondere die Nutzung von Dreifach-Steckdosen, entspricht nicht den Vorschriften.“

Die Wirtschaftsförderung und die Bauaufsicht streben Wahmes zufolge nun aber gemeinsam mit René Exner an, „das Ladenlokal so schnell wie möglich wieder öffnen zu können“. Dazu müsste Exi die „Brandlasten beseitigen und funktionierende Fluchtwege vorhalten“. „Was im Einzelnen zu tun ist, würden wir mit Herrn Exner in seinem Ladenlokal besprechen“, so Wahmes. „Nach Umsetzung der einzelnen Schritte könnten wir eine Duldung aussprechen.“

Anlass für die Überprüfung war eine von Exi beantragte Nutzungsänderung: vom Einzelhandel mit Gastronomie ohne alkoholische Getränke hin zu einer Art „Indoor-Weihnachtsmarkt“ mit Alkoholausschank. „Eine baurechtliche Genehmigung liegt für diese Nutzung nicht vor“, sagt Wahmes.

Café-Betreiber Exi kritisiert Vorgehensweise der Stadt Hameln

Exi hingegen verweist der Dewezet gegenüber darauf, vom Ordnungsamt eine Genehmigung bekommen zu haben. Diese habe die Stadtverwaltung aber verloren, sodass der Antrag erneut habe gestellt werden müssen. Wenn er nach abermaliger Genehmigung des Ordnungsamtes dann aber auch noch auf die Genehmigung des Bauamtes gewartet hätte, wäre der Weihnachtsmarkt vorbeigewesen, meint Exi. Zwar hofft auch er, das Problem gemeinsam mit der Stadt nun kurzfristig aus der Welt schaffen zu können. Am Donnerstagvormittag soll ein Gespräch stattfinden. Die Vorgehensweise der Bauaufsicht sehe er als Hamelner Geschäftsmann, der in Kürze sein viertes Geschäft in der Altstadt eröffnen möchte, allerdings kritisch. „Ich möchte etwas für die Stadt tun, und dann werden einem solche Steine in den Weg gelegt“, bedauert er.

DEWEZET

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